DRITTSTAATSANGEHÖRIGE

Drittstaatsangehörige sind Ausländer, die keine Staatsangehörigen des Europäischen Wirtschaftsraums (Europäische Union, Fürstentum Liechtenstein, Königreich Norwegen, Republik Island, im Weiteren: EWR) sind. Für Staatsangehörige der Schweizerischen Eidgenossenschaft finden Bestimmungen des Gesetzes über EWR-Staatsangehörige und Angehörige ihrer Familien Anwendung (Amtsblatt „Narodne novine“, Nr.: 66/19 und 53/20).

Die Bedingungen zur Gewährung des vorübergehenden und dauerhaften Aufenthalts für Drittstaatsangehörige sind im Ausländergesetz (Amtsblatt „Narodne novine“, Nr.: 130/11, 74/13, 69/17, 46/18 und 53/20) und den entsprechenden untergesetzlichen Akten vorgeschrieben.

Ausländische Staatsbürger, die in Kroatien arbeiten bzw. sich aufhalten möchten, werden in verschiedene Kategorien unterteilt. Die Unterlagen, die dem Antrag auf Regelung des Aufenthalts für mehr als 90 Tage beigefügt werden, hängen von diesen Kategorien ab.

Ein Drittstaatsangehörige kann in Kroatien mit einer Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung oder einer Bestätigung der Arbeitsmeldung arbeiten. Die Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen werden entsprechend der Jahresquoten und außerhalb der Jahresquoten erteilt.  Die Jahresquote für die Genehmigungen beschließt die kroatische Regierung und wird im kroatischen Amtsblatt Narodne novine kundgetan.

Ein Ausländer kann in der Republik Kroatien folgenden Aufenthalt haben:

  • Kurzzeitaufenthalt (von bis zu 90 Tagen innerhalb eines 180-tägigen Zeitraums)
  • vorübergehender Aufenthalt (bis zu einem Jahr)
  • dauerhafter Aufenthalt (unbefristet).

 

Bei allen Visa-Angelegenheiten setzt Kroatien seit dem Beitritt zur Europäischen Union (EU) die gemeinsame EU-Visapolitik im Teil, der sich auf die gemeinsame Visaregelung bezieht, um. Grundsätzlich können Drittstaatsangehörige nicht mit einem Visum in Kroatien arbeiten, ausgenommen, sie besitzen eine Bestätigung der Arbeitsmeldung gemäß Artikel 82 – 85 des Ausländergesetzes (Amtsblatt Nr. 130/2011, 74/2013 und 69/2017).

Durch Beschluss der kroatischen Regierung wurde am 22. Juli 2014 die Anwendung des Beschlusses Nr. 565/2014/EU beschlossen. Alle Ausländer mit gültigen Schengen-Ausweispapieren (Aufenthaltsgenehmigung und Visum für zwei oder mehrere Einreisen) sowie jene mit Visum oder Aufenthaltsgenehmigung für Bulgarien, Zypern und Rumänien brauchen kein zusätzliches (kroatisches) Visum, vorausgesetzt die Schengen-Ausweispapiere sind bei der Ein- und Ausreise aus Kroatien gültig.

Ausländer mit Visumpflicht für Kroatien können das entsprechende Formular für die Visumsbeantragung elektronisch auf der Webseite crovisa.mvep.hr ausfüllen. Der so ausgefüllte online Antrag ist auszudrucken und mitsamt den restlichen erforderlichen Unterlagen bei der zuständigen kroatischen Botschaft/dem zuständigen kroatischen Konsulat, dem Visa-Zentrum oder einer akkreditierten Reiseagentur zu stellen.

Weitere Informationen

 

Wichtige Links

o   Innenministerium

o   Leitfaden für Ausländer

o   Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten

o   Ausländergesetz

o  Gesetz über EWR-Staatsangehörige und Angehörige ihrer Familien

o   Verordnung über den Schengener Grenzkodex

o   Verordnung über den Visakodex der Gemeinschaft

o   Jahresquoten für Arbeitsbewilligungen an Ausländer für das Jahr 2018

FRAGEN UND ANTWORTEN

Ein Kurzzeitaufenthalt ist ein Aufenthalt eines Drittstaatsangehörigen von bis zu 90 Tage mit oder ohne Visum. Die Unterkunft eines Drittstaatsangehörigen während seines Kurzzeitaufenthaltes hat die ihm diese Unterkunft anbietende juristische oder natürliche Person innerhalb eines Tages nach der Ankunft des Drittstaatsangehörigen, und der Drittstaatsangehörige innerhalb von zwei Tagen ab Einreise in Kroatien bzw. ab Unterkunftswechsel zu melden.  Der Ausländer ohne Visumspflicht kann sich höchstens 90 Tage innerhalb eines 180-tägigen Zeitraums ab Ersteinreise in Kroatien aufhalten.

Ausländische Staatsbürger, die Eigentümer einer Ferienwohnung/eines Ferienhauses sind, können ihren Kurzzeitaufenthalt auch über das e-visitor System beim Fremdenverkehrsamt für sich und seine Freunde/Verwandtschaft melden.

Der Kurzzeitaufenthalt wird bei der Polizeidienststelle bzw. Polizeibehörde im Aufenthaltsort des Drittstaatsangehörigen gemeldet.

Formular für die Kurzzeitaufenthaltsmeldung (Formular 8a)

Ein vorübergehender Aufenthalt ist der Aufenthalt eines Ausländers bis zu einem Jahr und kann zwecks Familienzusammenführung, Erwerbstätigkeit, Sekundarbildung und Studium, wissenschaftlicher Forschung, aus humanitäre Gründen, für entsandte Arbeitnehmer und zu anderen Zwecken genehmigt werden.

Der vorübergehende Aufenthalt zwecks Erwerbstätigkeit wird wie die Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung genehmigt.

Antrag auf Ausstellung der Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung (Formular 9a)

Drittstaatsangehörige ohne Visumpflicht für die Einreise in Kroatien können die befristete Aufenthaltsgenehmigung bei der kroatischen diplomatischen Mission/dem Konsulat im EWR-Land ihres gewöhnlichen Aufenthalts oder bei der Polizeidienststelle/Polizeibehörde im beabsichtigten Aufenthaltsort, dem Geschäftssitz des Arbeitgebers oder der Arbeitsstätte beantragen.

Drittstaatsangehörige mit Visumpflicht für die Einreise in Kroatien stellen den Antrag bei der kroatischen diplomatischen Mission/dem Konsulat.

In Ausnahmefällen können Drittstaatsangehörige mit Visumpflicht für die Einreise in Kroatien eine befristete Aufenthaltsgenehmigung bei der Polizeidienststelle/Polizeibehörde stellen, wenn:

  • sie als ordentliche Studierende an einem grundständigem, Diplom- und Aufbaustudium zwecks ihres Hochschulstudium einreisen, sowie deren enge Familienangehörige,
  • sie wissenschaftliche Forscher sind, die aufgrund eines Gastvertrages einreisen, sowie deren enge Familienangehörige,
  • sie zwecks Ausübung von Arbeit im Rahmen des Jugend-Mobilitätsprogramms, das Kroatien in Zusammenarbeit mit anderen Länder/Wissenschaftsforschungen durchführt, einreisen, sowie wenn sie wissenschaftliche, wissenschaftlich-lehrende und andere wissenschaftliche Arbeitsplätze bei wissenschaftlichen juristischen Personen einnehmen/Lehrenden-fremdsprachlichen Muttersprachlern, Lektoren und anderen Unterrichtenden, die an kroatischen Hochschulen oder registrierten Sprachschulen unterrichten sowie die auf Grundlage eines internationalen Vertrages arbeiten, ausgenommen der Verträge nach Artikel 79 Absatz 1 Punkt 2 des Ausländergesetzes, und deren enge Familienangehörige,
  • sie enge Familienangehörige eines kroatischen Staatsbürgers sind,
  • sie ein eingetragener oder nicht eingetragener Lebenspartner eines kroatischen Staatsbürgers sind.

Eine befristete Aufenthaltsgenehmigung wird einem Ausländer erteilt, wenn er:

  1. den Zweck des vorübergehenden Aufenthalts nachweist,
  2. einen gültigen Reisepass hat,
  3. ausreichend Mittel für den eigenen Unterhalt und den seiner Familienangehörigen hat,
  4. krankenversichert ist,
  5. kein Einreise- und Aufenthaltsverbot in Kroatien hat und
  6. keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, nationale Sicherheit und öffentliche Gesundheit darstellt.

Eine Daueraufenthaltsgenehmigung kann jener Ausländer erhalten, der bis zum Tag der Antragstellung einen ununterbrochenen vorübergehenden Aufenthalt in Kroatien von 5 Jahren hat (mehrmalige Unterbrechungen des vorübergehenden Aufenthalts von bis zu 10 Monaten insgesamt oder 6 Monaten einmalig gelten nicht als Unterbrechung des vorübergehenden Aufenthalts). Zum Zeitpunkt der Beschlussfassung über die beantragte Daueraufenthaltsgenehmigung muss der Drittstaatsangehörige eine befristete Aufenthaltsgenehmigung in Kroatien haben.

Eine Daueraufenthaltsgenehmigung wird einem Ausländer erteilt, wenn er:

  • einen gültigen Reisepass hat,
  • ausreichend Mittel für den eigenen Unterhalt und den seiner Familienangehörigen hat,
  • krankenversichert ist,
  • kroatisch sprechen und Lateinschrift schreiben kann und die kroatische Kultur und Gesellschaftsordnung kennt,
  • keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, nationale Sicherheit und öffentliche Gesundheit darstellt.

Der Antrag auf Daueraufenthaltsgenehmigung (Formular 1a) wird bei der für den Aufenthaltsort des Ausländers zuständigen Polizeidienststelle/Polizeibehörde gestellt, und über ihn entscheidet das Innenministerium.

Formular 1a

Der Ausländer mit Daueraufenthaltsgenehmigung hat Anspruch auf:

  • Arbeit und Selbstständigkeit,
  • Berufliche Weiterbildung,
  • Ausbildung und Stipendien für Studium,
  • Sozialfürsorge, Ansprüche aus der Sozialversicherung (Renten- und Krankenversicherung, Gesundheitsversorgung, Kindergeld und Elternbeihilfe),
  • Steueranreize,
  • Zugang zum Waren- und Dienstleistungsmarkt,
  • Vereinigungs- und Mitgliedschaftsfreiheit bei Organisationen, die Arbeitnehmer oder Arbeitgeber vertreten.

 

Der Drittstaatsangehörige macht seine Ansprüche gemäß kroatischer, die einzelnen Bereiche regelnder Rechtsvorschriften geltend.

Die Blaue Karte EU ist eine Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung für hochqualifizierte Drittstaatsangehörige und stellt gleichzeitig eine befristete Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung im Hoheitsgebiet Kroatien dar. Die Blaue Karte EU wird in Form einer biometrischen Aufenthaltsgenehmigung ausgestellt. Drittstaatsangehörige mit der Blauen Karte EU können in Kroatien jene Tätigkeiten ausüben, für die diese Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung ausgestellt wurde, und lediglich für jenen Arbeitgeber, mit dem das Arbeitsverhältnis begründet wurde.

Hochqualifizierte Arbeitnehmer mit Drittstaatsangehörigkeit haben den Antrag auf Ausstellung dieser Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung bei der kroatischen diplomatischen Mission/dem Konsulat oder der Polizeibehörde/Polizeidienststelle im beabsichtigten Aufenthaltsort zu stellen.

Die Voraussetzungen für die Blaue Karte EU sind folgende:

  • gültiger Reiseausweis, Krankenversicherung, Nachweis über ausreichenden Unterhaltsmittel
  • Arbeitsvertrag oder ein andere entsprechender Vertrag für die Ausübung von Tätigkeiten eines hochqualifizierten Arbeitnehmers, mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr, abgeschlossen mit einem in Kroatien ansässigen Arbeitgeber (im Arbeitsvertrag oder entsprechendem anderem Vertrag muss das Bruttojahresgehalt angegeben sein, welches nicht kleiner sein darf, als 1,5 durchschnittliche Bruttojahresgehälter gemäß den offiziell veröffentlichten Angaben der zuständigen Statistikbehörden),
  • Nachweis der Hochschulausbildung oder des abgeschlossenen grundständigen und Diplomstudiums oder integrierten grundständigen und Diplomstudiums oder Fachschulstudium.
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